Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe Freunde der Galerie!
30 Jahre Galerie Mönch! Das war ursprünglich so nicht geplant. Eigentlich wollten wir, mein Partner Knut Schlottmann und ich, lediglich Räume für befreundete Künstler zur Verfügung stellen; alles Weitere sollten die Künstler selbst organisieren. Am 6. März 1977 eröffneten wir die Galerie unweit des Kurfürstendamms. Der Quasi-Selbsthilfegalerie war jedoch keine allzu lange Dauer beschieden. Einmal vom Kunstfieber gepackt, beschloss ich, die Räume zu behalten und die Galerie in eigener Regie weiterzuführen.
Nach zwei Ortswechseln innerhalb Charlottenburgs - zunächst in Schlossnähe und seit 1998 in der Reichsstraße - darf ich mit ein wenig Stolz behaupten, dass es nicht allzu viele Galerien in Berlin gibt, die auf drei Jahrzehnte kontinuierliche Tätigkeit zurückblicken können.
Dafür gilt mein besonderer Dank allen Künstlern, die mit mir gemeinsam für die Kunst - manchmal auch um die Kunst - gestritten haben; einige von ihnen, wie Valeska Zabel, Reinhard Dickel und der 2003 verstorbene Hansi Sprenger, nahezu über die gesamte Zeit. Zu Dank verpflichtet bin ich auch allen Sammlern, Freunden und Besuchern, auch unter ihnen finden sich nicht wenige, die das Programm bereits über Jahrzehnte verfolgen.
Rund 140 Ausstellungen waren vor allem der abstrakt-gestischen und expressiven Malerei gewidmet, mit regelmäßigen Ausflügen in die Bildhauerei und Fotografie. Gerne erinnere ich auch an Themenaus-stellungen wie "Material Schiefer" oder "Kunst-Fahnen" und die Präsentation von irischen sowie chinesischen Künstlern, die bereits zu Beginn der 1990er-Jahre mit Tan Ping prominent vertreten waren.
All die Jahre über galt meine Leidenschaft vor allem der Malerei. Darum dürfen Reinhard Dickel und Klaus Fußmann im ersten Teil der Jubiläums-Ausstellung nicht fehlen. Aber auch die Seitenwege, die den Hauptweg der Malerei stets flankiert haben, werden mit Zeichnungen von Mark Hipper und Ferenc Jadi sowie Fotografien der Installationen von Tamer Serbay präsent sein.
Im Rückblick darf ich sagen, dass die Kunst mein Leben sehr bereichert hat, und ich hoffe, dass die Galerie ihren Teil zur lebendigen Kunstlandschaft in Berlin beigetragen hat und diese sowie auch Sie und Euch weiterhin bereichern wird.
Eberhard Mönch