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FRANTICEK KLOSSNER
"... was bleibt, wenn der Kopf schmilzt?"
Ausstellung: 20. Mai bis 8. Juli 2006

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns sehr, die erste Einzelausstellung von Franticek Klossner in Berlin zu präsentieren. Als Performance-, Video- und Installationskünstler stellt der 1960 geborene Schweizer die Grenzen zwischen Interaktion und Interaktivität in der Kunst neu zur Disposition und Diskussion. Sein Credo: "My Body is a Touchscreen!" verweist einerseits auf das künstlerische Selbst als Ausgangsbasis und zielt andererseits auf das unmittelbar Dialogische von Kunstwerk und Betrachter.

Dabei wandelt Klossner mit bestechender Virtuosität zwischen traditionellen, neuen und neuesten Medien, verwandelt und erweitert ihre Möglichkeiten: Von der öffentlichen Tätowierung "Me veras si me piensas" am Schweizerischen Institut in Rom (1998) oder der Video-Performance in X-Ray-Durchleuchtung in der Kunsthalle Bremen (1999) bis zur interaktiven Video-Installation "Appell und Rapport", die in der von Peter Weibel 2003 in Graz kuratierten Ausstellung "M_ARS Kunst und Krieg" ebenso zu sehen war wie im Jahr zuvor bei Christoph Vögele im Kunstmuseum Solothurn zum Thema "Zeitgenössische Wandmalerei".

Seit 1991 arbeitet Klossner mit in Eis gefrorenen Selbstportraits, die sich als Skulptur im Raum allmählich auflösen oder in Installationen durch das Tropfen des Wassers zu bizarren Veränderungen projizierter Bilder führen. Dann wiederum erscheint das Selbst hundertfach als "Gedanken-Archiv", das in einer Kühlkammer bei Minus 20 Grad aufbewahrt wird.

Die Ausstellung "... was bleibt, wenn der Kopf schmilzt?", kuratiert von Michaela Nolte, versammelt aus verschiedenen Serien der "Melting Selves" eine Skulptur und Objekte sowie Fotografien und Videos, die den Schmelzprozess und die Wandlung auf faszinierende Weise widerspiegeln: vom kompakten Eiskörper zur diaphanen Büste über das Stadium abstrakter Objekthaftigkeit bis zur Vergänglichkeit.

Ein weiterer Teil der Ausstellung ist neuen Zeichnungen gewidmet. Mit wenigen, markanten Bleistiftstrichen pointiert Franticek Klossner Alltagsgeschichten aus dem leibhaftigen Kulturbetrieb. Die Blätter wie "Die Videokünstlerin projiziert ein Video auf Haralds Bart" oder "Virilio erklärt Lischka die Dromologie" basieren allesamt auf alltäglichen Begegnungen und spontanen Aktionen, die Klossner seit 2001 aufzeichnet und in seinem Video-Archiv sammelt. Als Zeichnung formieren sie sich im Raum zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen liebevoller Ironie und zerstörtem Ideal.

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