Als Performance-Künstlerin ist Victorine Müller wiederholt in Berlin zu sehen gewesen,
so mit "étuis de rève" auf dem High Calibre Festival (2002) und im Rahmen der Ausstellung
"cross female" im Künstlerhaus Bethanien (2000), wo Müller im Jahr darauf auch als Stipendiatin
zu Gast war.
Mit "a moment in time" wird die Schweizer Künstlerin nun erstmals mit einer Einzelausstellung
in Berlin präsentiert.
Victorine Müller verkörpert den Begriff der "Living Installation" aufs Trefflichste, sowohl mit
ihren Performances als auch in ihren inszenierten Fotografien und performativen Installationen.
Ihre archetypischen Bilder lenken die Konzentration auf den Augenblick; doch von der Momentaufnahme
versprühen die Arbeiten ihre Funken und gehen mit der Phantasie des Betrachters auf eine Reise, in
der das Vorher und Nachher, die Vergangenheit und die Zukunft stets mitschwingen.
Der Körper als "Poesie-Erreger" steht im Zentrum des Werkes und Victorine Müller verwandelt das
Phyisische in bizarre und energiegeladene Bilder von überwältigender Schönheit. Doch zugleich führt
sie den Körper dabei stets in Grenzsituationen - und somit nicht zuletzt auch die Wahrnehmung des
Betrachters.
Wenn die Künstlerin sich selbst oder ihre Performerinnen mit einer Hülle überzieht,
in der Grillen wandern und zirpen ("La Peau chantante" und "Hülsen"), den eigenen oder fremden Körper
unter Wasser setzt oder in Plastikräumen vakuumiert ("aquacom", "Umarmung" und "subp.spiro"), scheint
nicht nur den Protagonisten die Luft entzogen zu werden.
Dem Betrachter gehen die Bilder unter die Haut
und lassen für den Moment seinen Atem stocken.