Mit dieser Gemeinschaftsausstellung präsentiert die Galerie Mönch zwei Positionen,
die über den üblichen Dialog von Malerei und Bildhauerei hinausgreifen. Die Kontrapunktik
von Fläche und Raum überschreiten der 1959 geborene Reiner Mährlein und Benno Noll
(Jahrgang 1958) bereits innerhalb des jeweiligen Werks; unabhängig voneinander und
von zwei künstlerischen Standpunkten, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Skulptur
und Abstraktion auf der einen Seite, Malerei und Realismus auf der anderen.
Als Generalbass spielt bei beiden Künstlern das Material Eisen eine zentrale Rolle, vor
allem aber seine korrodierenden Eigenschaften. In eigens entwickelten Techniken, werden
die jeweiligen Qualitäten des Mediums wie auch der Trägerstoffe transformiert und legen
im Zusammenspiel von Gestaltung und Zufall kadenzartig Spuren zu neuen Lesarten von Malerei
und Bildhauerei.
So wenn Reiner Mährlein die Skulptur partiell als Quasi-Druckstock benutzt und im
Zersetzungsprozess prägend neue Raumkörper entstehen, das Büttenpapier sozusagen mit
dem Hammer bemalt wird. Die dreidimensionalen Formen lagern sich in den zweidimensionalen
Strukturen des Büttens ab, wo sie als reliefartige Raum-Bilder oder als Bestandteil einer
Skulptur den schweren Charakter des Ursprungsmaterials mit der Leichtigkeit von Papier
kontrastieren, und sich das massige Volumen in die Fläche eingräbt und von dort erneut
ausdehnt.
Benno Noll konzentriert die Polarität von Schwere und Leichtigkeit allein auf das
zweidimensionale Tafelbild. Ausgangspunkt und Beweggrund war und ist für Noll stets
die realistische Malerei, der er mit Eisenpigmenten eine eigenwillige, bisweilen
entrückte Stofflichkeit verleiht. Darüber hinaus erfahren die Bilder durch das
zusätzliche Verfahren der Monotypie eine abstrahierende Ausdrucksqualität, in der
sich das Gegenständliche im imaginären Zwischenraum des Produktionsprozesses abdrückt
und sein Eigenleben entwickelt.