Carola Czempik | WINDFELDER 6 | 2013 | weißer Quarz, Marmor, Alabaster, Speckstein, Schiefer, Sandstein, Pflanzenfaser, transparente Chinapapiere und Wachs auf Leinwand | 40 x 30 cm | Galerie Moench Berlin

Carola Czempik

Carola Czempik arbeitet mit Schichtungen hauchfeiner Japan-, China- oder Himalaya-Papiere. Mit eigens entwickelten Mischungen aus Salzen und Acryl werden die Papiere mehrfach bestrichen. Durch Zusätze von Mineralen wie Alabaster, Marmor oder weißem Quarz – oft selbst gesammelt und von Hand zu feinen Pigmenten zerrieben -, erhalten sie ihre subtile Farbigkeit und geheimnisvolle Tiefenschichten.
Das Papier bildet eine Art Subtext, der im künstlerischen Prozess von weiteren Schichten aus Salzlasuren oder -laugen und im Dialog mit literarischen Quellen überlagert wird.

Reinhard Dickel | ohne Titel | 1984 | Oel und Leimfarbe auf Leinwand | Galerie Moench Berlin

Reinhard Dickel

“Farbe – heftig gebraucht” ist ein Text zu Bildern von Reinhard Dickel betitelt, den der Kunstsoziologe und Ästhetik-Professor Hermann Wiesler 1991 verfasst hat. Bis heute zieht sich dieser impulsive ‘Gebrauch’ als Konstante durch alle Phasen im Oeuvre Reinhard Dickels hindurch, scheint das leidenschaftliche Staccato seine ureigene Ausdrucksart mehr zu sein als der bedächtig kontrollierte Farbauftrag.

Klaus Fussmann | LANDSCHAFT MIT RAPS | 2008 | Oel auf Leinwand | 36 x 41 cm | Galerie Moench Berlin

Klaus Fußmann

Klaus Fußmann gehört zu den renommiertesten deutschen Vertretern einer neuen gegenständlichen Malerei. In seinen pastosen, reliefartigen Ölbildern, die in einem rauschhaften Malprozess entstehen, wird die Farbe zum zentralen Material, in dem der Gegenstand mit raschen Pinsel- und Spachtelbewegungen bis an die Grenzen seiner Form aufzugehen scheint.

Gerhard Walter Feuchter | BEHEIMATEN II | 2015 | Papierguss, Cutout und Acryl | 61 x 61 cm | Galerie Moench Berlin

Gerhard Walter Feuchter

In Gerhard Walter Feuchters Exkursionen zu den Urelementen und seinen Reisen in die Literatur entfaltet das Papier eine völlig andere als die übliche Stofflichkeit. Mit der rauen Oberflächentextur, die durch die Technik des Papiergusses entsteht, betont Feuchter den handwerklichen Prozess und hat darin zudem seinen typischen Duktus gefunden. Einen Kontrast zum Naturstoff – der bisweilen zusätzlich mit Asche oder Gras vermischt wird -, bilden die chemischen Acrylfarben und die geometrisch klaren Zeichen.

Evelyn Garden | VERHEISSUNG 3 | 2014 | Malerei Mischtechnik auf Leinwand | 50 x 70 cm | Galerie Moench Berlin

Evelyn Garden

Evelyn Garden ist Malerin und Lyrikerin. Aus diesen zwei Begabungen speist sich ihr Werk, verwebt sich ein kraftvoll, lebhafter Duktus mit zarten Wortgespinsten. Mal im übertragenen Sinne, dann wiederum ganz konkret. Zwischen diesen Polen entfaltet die in Berlin geborene Künstlerin eine Malerei, deren expressiver Gestus ganz im Banne der Farben und ihrer körperlichen Präsenz steht. Wobei die Physis der Künstlerin, ihr lustvoller Umgang mit dem Material Farbe in jeder Farbschüttung, in jedem Spachtelzug oder in den direkten Spuren der Hände spürbar wird.

Max Hari | ohne Titel (5) | 2015 | Acryl auf Pappelholz, geschnitten | Galerie Moench Berlin

Max Hari

Max Hari, 1950 in Thun geboren, ist Maler. Das wird auch in seinen Kohlezeichnung sichtbar. Die Farbe fehlt nicht, sie ist vielmehr so extrahiert wie man den Wirkstoff einer Pflanze herausfiltert, um ihre Essenz zu gewinnen. Max Haris Zeichnungen und Holzschnitten eignet etwas Notatartiges. Doch gründet seine Reduktion stets in einer profunden Emotionalität. Geschichten, die aus raschen, knappen Linien entstehen, aus der Andeutung von Formen und nie parlierend.

Mark Hipper | ohne Titel | 1995 | Kohle auf Buettenpapier | Galerie Moench Berlin

Mark Hipper

Mark Hippers Arbeiten erschließen sich dem Betrachter nicht leicht. Doch ziehen sie uns durch eine eigenwillige Direktheit und Tabulosigkeit unweigerlich in ihren Bann und erzeugen eindringliche Nachbilder. Überlagerungen und proportionale Verschiebungen, die an der Oberfläche kaum wahrnehmbar sind, eröffnen hinter einer figurativen Formensprache vexierbildartige Schichten. „Ohne den Körper als Wahrnehmungsorgan existiert keine Realität“, so der 1960 in Ghana geborene und in 2010 in Südafrika verstorbene Künstler. „Das interessiert mich: wie diese Membran funktioniert.“

Helmut Klock | ZWISCHEN STADTFLOWERS | 2017 | Kohle und Acryl auf Leinwand | Galerie Moench Berlin

Helmut Klock

Helmut Klock wandert malend und zeichnend, spachtelnd und montierend durch ferne Länder, die Literatur oder auch den Kosmos eines Paul Klees. Filigrane und farbtrunkene Wortbildschöpfungen, luzide Nebel der Phantasie. Überlagerungen im typischen Helmut Klock-Duktus. Von archaischen Architekturen bis zum Lichtermeer der Moderne schillern „Vage Städte“ und „Vertraute Unbekannte“, bleiben Lehmhüttendorf oder Hochhausschlucht in der Schwebe von Introspektion und Außenansicht.

Thomas Muellenbach | GROSSE SCHRITTE | 2014 | Graphit auf Papier | 29,7 x 21 cm | Galerie Moench Berlin

Thomas Müllenbach

Thomas Müllenbach – Spezialist für Normalität in all ihren Facetten – stellt mit seinen lakonischen Bildern und Zeichnungen die Normalität in Frage. Im Fokus auf Beiläufiges und Unscheinbares erscheint das große Ganze in kuriosen Details und Rudimenten. Das Auge des 1949 in Koblenz geborenen und seit 1972 in Zürich lebenden Malers denkt im Scharfstellen. Der Weg vom Eindruck zum Motiv, vom Auge zur Hand, ist bei Thomas Müllenbach so unmittelbar und ohne Umwege, dass man meint, der Sehnerv führe hier den Stift oder Pinsel.

Hansi Sprenger | STOP | aus dem Zyklus MAUERBILDER | 1980 | Mischtechnik auf Pappe auf Hartfaserplatte | Galerie Moench Berlin

Hansi Sprenger

Das Werk Hansi Sprengers ist in Inhalt, Form und Farbgebung von einer existenzialistischen Seinsauffassung geprägt. Sein Markenzeichen der dunklen, gebrochenen Farbpalette durchbrach der 1945 in Berlin geborene Künstler ab 1996. Die heiter wirkende Farbigkeit und Tektonik der Bilder, bewahren in ihrer Oberflächenstruktur dennoch die symbolische Tiefe, die das Fragmentarische des menschlichen Daseins thematisiert und ins Zentrum des künstlerischen Schaffens von Hansi Sprenger stellt. In den Mischtechniken purzeln mühelos fraktale Strukturen mit perspektivischer Klarheit ineinander, übereinander und verdichten sich zu weitläufig collagierten Veduten innerer Landschaften.

Barbara Camilla Tucholski | ROM, U-BAHN, 15.2.2005 | B2 Bleistift auf Papier | 24 x 32 cm | Galerie Moench Berlin

Barbara Camilla Tucholski

Barbara Camilla Tucholski fängt in ihren polyperspektivischen Zeichnungen Alltägliches und Erinnertes, berühmte und vergessene Orte mit pointierter Reduktion ein. Linien umreißen den Sog einfahrender Züge in der U-Bahn von Rom, konturieren Räume der Wiener Albertina ebenso in höchst eigenwilliger Perspektivität wie ihren Geburtsort Loitz an der Peene, von wo sie mit den Eltern flüchten musste, und den sie – nach dem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie und nach dem Mauerfall -, als Künstlerin wiederentdeckte. Aufsicht und Untersicht, Nähe und Ferne –, der Blick der emeritierten Professorin der Universität Kiel hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten entwickelt.

Valeska Zabel | ohne Titel (Irish Country Cottages) | 1996 | Aquarell auf Papier | 31 x 36 cm | Galerie Moench Berlin

Valeska Zabel

Im Zentrum des Werks von Valeska Zabel stand die Druckgrafik. Ganz gleich, ob die Künstlerin sich auf den Nebenwegen der Zeichnung widmete, der abstrakten Malerei, den faszinierend locker aquarellierten Farblandschaften oder den späten Ölbildern mit den Landschaftsveduten Irlands, dass sie unzählige Male bereist hat, wo sie Mitte der 90er-Jahre mit Stipendien des Arts Council of Northern Ireland sowie des Tyrone Guthrie Centres mehrere Jahre gelebt und gearbeitet hat.
Rund drei Jahrzehnte hat Valeska Zabel ihr Wissen und Können in der Druckwerkstatt des Berufsverbands Bildender Künstler im Berliner Künstlerhaus Bethanien als Mitarbeiterin und später als Leiterin der Radierwerkstatt weitervermittelt.