Lilla von Puttkamer

SCHLAFES SCHWESTER 2020 | WerkeEinblicke in die AusstellungRede zur EröffnungBiographie Wer ist SCHLAFES SCHWESTER? In ihrer Malerei fokussiert die deutsch-ungarische Künstlerin (*1973 in Düsseldorf) den Menschen: als Individuum oder Gruppenwesen, als gegenständliche Figur oder als abstraktes Moment. Ihren Figuren eignet etwas Archetypisches und wenngleich sie schwebend, tänzerisch oder wie von zarten Farbschleiern umhüllt scheinen, sind…

Betina Kuntzsch

BETINA KUNTZSCH erlangte 1988 als erste Studentin der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst ihr Diplom mit einer Video-Arbeit. Seither hat die 1963 in Berlin geborene Künstlerin das Medium um ihre ganz eigenen, komplexen Video-Zeichnungen erweitert. Kuntzsch geht es um den Materialwiderstand, um Überlagerungen und Artefakte, die sie mit ihrem untrüglichen Blick auf die Wirklichkeit zu hintersinniger und humorvoller Zeichenhaftigkeit transformiert. Animierte Linien oder Found footage pendeln zwischen Stabilität und Zerfall, zwischen Parallelität und Chaos. Zuletzt feierte ihr animierter Kurzfilm „Wegzaubern“ (preisgekrönt u.a. Goldene Taube, DOK Leipzig 2015) internationale Erfolge auf Filmfestivals von Wien bis Melbourne.

Ulrike Lauber

Ulrike Lauber verwandelt in ihren Fotografien die Ding-Welt des Alltäglichen in abstrakte Strukturen geschichteter Zeit. Details eines Augenblicks, weder im Labor noch digital nachbearbeitet. Ihre materialimmanenten Veränderungsprozesse werden durch den Blick der Fotografin von einer dokumentierenden Fotografie zu einer Migration der Form überführt. Das Fremde wird vertraut. Das Vertraute wird fremd.

Reiner Mährlein

Reiner Mährlein experimentiert in seinen Skulpturen mit der Kontrapunktik von Fläche und Raum sowie mit der Material-Durchdringung von Eisen, Granit und Papier. Den Generalbass spielt das Eisen, mitsamt seinen korrodierenden Eigenschaften. In eigens entwickelten Techniken, transformiert der 1959 geborene Bildhauer die Qualitäten des Mediums wie auch der Trägerstoffe und legt im Zusammenspiel von Gestaltung und Zufall kadenzartige Spuren zu neuen Lesarten von Bildhauerei.

Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff

Brigitte Matschinsky-Denninghoff (*1923 | †2011) und Martin Matschinsky (*1921) haben mit ihren Skulpturen aus Rohrbündeln ab Mitte der 1960er-Jahre eine einzigartige Qualität in der Bildhauerei des 20. Jahrhunderts hervorgebracht: raue, technische Materialität trifft hier ganz selbstverständlich auf das Schöne. Die Technik, mit der Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff dem Stahlrohr als künstlerischem Element eine unverwechselbare Ausdrucksform verliehen haben, begründet ihren weltweiten Ruhm, und die 1987 entstandene Skulptur BERLIN, auf der Tauentzienstraße, wurde zum Wahrzeichen der geteilten Stadt und des wiedervereinigten Deutschlands.
Gegen Ende der 1990er-Jahre nimmt das Œuvre eine neue Wendung. Freie Linien transformieren das Informel der 1950er-Jahre in die zeitgenössische Skulptur. Die Stäbe sind nicht mehr gebündelt, sondern stehen einzeln und zeichenhaft im Raum. Geballte Raumlinien, voller Energie und zugleich faszinierend immateriell.